Studierendenrat der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Unsere Veranstaltungen & Veranstaltungen, die wir unterstützen

gesellschaft*macht*geschlecht

Aktionstage vom 11. November bis 30. November 2019

Innerfeministische Debatten sind komplex, polemisch, tiefgründig, witzig, manchmal zusammenführend, manchmal spaltend. Um sie zu verstehen, um zu verstehen, warum sich gerade wieder wer mit wem streitet, um zu verstehen, warum die eine Position mit der anderen vielleicht nicht ganz so einfach überein zu bringen ist, braucht es Überblick und Einblick. Daher wollen wir euch dieses Jahr dazu einladen, mit uns gemeinsam die unterschiedlichen feministischen Strömungen und Positionen kennenzulernen und darüber ins Gespräch zu kommen.

Feministisch streiten

Buchvorstellung von Koschka Linkerhand und Sabrina Zachanassian

13.11.2019, 18 Uhr; Seminarraum 308, Carl-Zeiß-Str. 3

Feministisch streiten versammelt Thesen und Utopien eines Feminismus, der sich zwischen leidenschaftlicher Identitätspolitik und einer vernünftigen Gesellschaftskritik im Sinne der Aufklärung bewegt. Ein materialistischer, politisch handlungsfähiger Feminismus darf nicht einen der beiden Pole aus den Augen verlieren, sondern muss sich, im Bewusstsein der Widersprüche, zwischen ihnen bewegen. Er muss dazu ermutigen, für die eigenen politischen Interessen auf die Straße zu gehen, aber auch das globale kapitalistische Patriarchat theoretisch zu durchdringen, in dem weibliche Subjektivität unter sehr verschiedenen Vorzeichen auftritt. Lesben, Heteras, Cis- und Transfrauen, Women of Color und weiße Frauen, Mütter und Kinderlose, junge, alte, dicke und dünne Frauen, Arbeiterinnen und Akademikerinnen: Diese Perspektiven sollen nicht einfach nebeneinandergestellt, sondern mit feministischer Gesellschaftstheorie vermittelt werden. Wie kann ein kritischer und gleichzeitig positiver, emanzipatorischer Bezug auf Weiblichkeit aussehen? Wie lässt sich vor dem Hintergrund des antifeministischen Backlash ein politisches Subjekt Frau reformulieren, das die Differenzen unter Frauen nicht verleugnet und über einen möglichst großen politischen Handlungsspielraum verfügt?

FLUT. Magazin für gegenwärtige Erotik – Releaseparty

15.11.2019, mehr TBA

Revolution im Iran & Frauen

Vortrag von Fathiyeh Naghibzadeh

16.11.2019, 18 Uhr; Seminarraum 308, Carl-Zeiß-Str. 3

„Freiheit ist nicht östlich und nicht westlich, sondern universell!“ - So lautete der Schlachtruf unter dem sich am 08. März 1979 spontan zehntausende Frauen und Mädchen auf den Straßen Teherans versammelten, um gegen das allgemeine Verschleierungsgebot zu demonstrieren, welches die neuen islamistischen Machthaber kurz zuvor beschlossen hatten. Die Veranstaltung soll das Wesen der islamistischen Geschlechterapartheid und den Widerstand dagegen beleuchten und über die aktuelle Situation von Frauen unter dem iranischen Regime informieren.

Sexarbeit aus feministischer Perspektive

Offener Vortrag von Snezhinka

18.11.2019, 18 Uhr; Seminarraum 308, Carl-Zeiß-Str. 3

Die Uhr, die nicht tickt

Buchvorstellung von Sarah Diehl

19.11.2019, 18 Uhr; Seminarraum 308, Carl-Zeiß-Str. 3

Immer mehr Frauen bleiben freiwillig kinderlos. Doch "die biologische Uhr", der "angeborene Mutterinstinkt" und die vermeintliche "Sicherheit der Kleinfamilie" sind so unhinterfragt, dass Frauen ohne Kinderwunsch ihrer Entscheidung selbst misstrauen. Der Vortrag beleuchtet, wie das schlechte Image der kinderlosen Frau sowie frauengesundheitliche Themen, wie der Schwangerschaftsabbruch, im gesellschaftlichen Diskurs genutzt werden, um an alten Familienkonzepten und Geschlechterhierarchien festhalten zu können. Das wiederum kann als Druckmittel zur unbezahlten care-Arbeit gegen Frauen interpretiert werden.

Biografie: Sarah Diehl, geboren 1978, studierte Museologie, Afrikawissenschaften und Gender Studies. Sie arbeitet zum Thema "Reproduktive Rechte im internationalen Kontext", hat hierzu zwei Anthologien veröffentlicht und einen preisgekrönten Dokumentarfilm gedreht: Abortion Democracy: Poland/South Africa. 2012 erschien ihr erster Roman Eskimo Limon 9. Ihr neuer Roman Mobile erscheint 2020. 2014 gründete sie Ciocia Basia, eine Organisation, die es Frauen in Polen ermöglicht legale Schwangerschaftsabbrüche in Berlin zu bekommen. Sie lebt als Schriftstellerin, Aktivistin und Filmemacherin in Berlin.

Geschlechterrollen & Sexismus und psychischen Erkrankungen

Lesung & Vortrag von Paula Kittelmann

23.11.2019, 18 Uhr; Seminarraum 308, Carl-Zeiß-Str. 3

Paula Charlotte Kittelmann ist M.Sc. Psychologin in Leipzig. Sie ist Autorin und schreibt außerdem als Redakteurin über intersektionalen Feminismus mit Fokus auf Körperakzeptanz und psychischen Erkrankungen/mentaler Gesundheit.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe gesellschaft*macht*geschlecht hält sie einen Vortrag über den Zusammenhang von Geschlechterrollen & Sexismus und psychischen Erkrankungen mit Fokus auf Essstörungen und liest aus ihren Texten. Die Veranstaltung zielt darauf ab, sowohl die Sicht einer Psychologin und die der Betroffenen zu vereinen und aus feministischer Perspektive einzuordnen.

Weiblich, ledig, glücklich — sucht nicht

Feministischer Blick auf das Single-Sein
Buchvorstellung von Gunda Windmüller

26.11.2019, 18 Uhr; Seminarraum 308, Carl-Zeiß-Str. 3

In ihrem aktuellen Buch „Weiblich, ledig, glücklich – sucht nicht“ wirft die Autorin Gunda Windmüller einen feministischen Blick auf das Single-sein. Die Autorin plädiert leidenschaftlich dafür, unser Bild von der bemitleidenswerten Singlefrau zu überdenken. Denn das Leben allein kann verdammt gut sein. Leider nimmt das den meisten Frauen ohne feste Beziehung nach wie vor kaum einer ab.„Was macht die Liebe? Hast du schon mal Online-Dating probiert?“ Das ist gut gemeint, es schwingt aber immer mit: Was stimmt nicht mit dir? Die wichtigere Frage lautet jedoch: Was stimmt nicht mit einer Gesellschaft, in der allen Scheidungsstatistiken zum Trotz die dauerhafte Paarbeziehung nach wie vor als Nonplusultra gilt?

Das melancholische Mädchen

Filmvorführung (Regie: Susanne Heinrich)

28.11.2019, 18 Uhr; Seminarraum 308, Carl-Zeiß-Str. 3

Auf der Suche nach einem Schlafplatz streift das melancholische Mädchen durch die Großstadt. Unterwegs begegnet sie jungen Müttern, die ihre Mutterschaft als religiöses Erweckungserlebnis feiern, findet Unterschlupf bei einem abstinenten Existentialisten, für den Sex „auch nur noch ein Markt“ ist, und wartet in einer Drag Bar „auf das Ende des Kapitalismus“. Ihr Versuch, ein Buch zu schreiben, scheitert am ersten Satz des zweiten Kapitels, und sie findet keinen Platz zwischen Kunstgalerien, YogaStudios und den Betten fremder Männer. Statt sich zu bemühen hineinzupassen, fängt das Mädchen an, ihre Depression als Politikum zu betrachten

In 15 komischen Begegnungen erforscht DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN unsere postmoderne Gesellschaft zwischen Prekarisierung und Self Marketing, serieller Monogamie und Neo-Spiritualität, Ernüchterung und Glückszwang. Susanne Heinrichs Debütfilm verbindet Pop und Theorie, Feminismus und Humor – und ist voll von Zitaten, die man in Neonbuchstaben auf Werbetafeln leuchten sehen will

Allgemeine Hinweise

Unsere Veranstaltungen sind alle kostenlos und für alle Geschlechter offen. Die Veranstaltungsräume sind barrierefrei.

Ausschlussklausel

Entsprechend § 6 Abs. 1 Versammlungsgesetz sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

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